Standarddatenprodukte und Statistik-Daten in regionalisierter Form


Ab dem Berichtsjahr 2011 liegen Statistik-Daten und Scientific Use Files mit erweiterten regionalen Angaben vor. Daten zu früheren Berichtsjahren können auf Anfrage ebenfalls um zusätzliche regionale Merkmale ergänzt werden.

Da die Landkreise und kreisfreien Städte die kleinste räumliche Einheit in den Statistik-Daten der Rentenversicherung darstellen, muss jede neu aufzunehmende regionale Gliederung darauf aufbauen. Die Implementierung von Regionalgliederungen auf Gemeindeebene ist nicht möglich. Darüber hinaus sollen die neuen Regionalabgrenzungen einen Mehrwert gegenüber bereits vorhandenen regionalen Informationen bieten und interessante Fragestellungen in Zusammenhang mit den rentenversicherungsrechtlichen Merkmalen ergeben und das Nachfragepotential seitens unserer Datennutzer bedienen. Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung der Regionaldatenerweiterung stellen die immer wieder stattfindenden Gebietsreformen auf Kreisebene dar. Dabei können die Veränderungen einfache Umbenennungen von Kreisen sein, die in der Regel gut handhabbar sind, aber auch gravierende Zuschnittsänderungen bis hin zur Auflösung von Kreisen bedeuten, die Zeitreihenvergleiche beeinträchtigen. Solche Umstrukturierungen müssen grundsätzlich bei regionalen Datenanalysen und der Interpretation ihrer Ergebnisse Berücksichtigung finden.
Die nachfolgende Tabelle bietet eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden regionalen Gliederungen.




Bei den Kreisregionen, Siedlungsstrukturellen Gebietstypen und Raumordnungsregionen handelt es sich um Abgrenzungen vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie sind durchgängig über alle Jahre verfügbar. Ausführliche Informationen zu den regionalen Abgrenzungen des BBSR sind auf der Internetseite des Instituts bzw. in seinen Publikationen zu finden.1

Kreisregionen stellen eine statistische Korrektur länderspezifischer Kommunalverfassungen dar. In Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen gibt es einige kreisfreie Städte, die nur relativ geringe Einwohnerzahlen von etwa 40.000 bis 100.000 Einwohnern aufweisen. Solche einwohnerarmen Kreise werden vom BBSR, durch die Zusammenfassung mit ihren umliegenden Landkreisen, statistisch bereinigt. Insgesamt ergeben sich 369 Kreisregionen.

Raumordnungsregionen werden durch die Zusammenfassung von Kreisen gebildet und repräsentieren großräumige funktionale Gebietseinheiten für die Raumbeobachtung des Bundes. Die 96 Regionen beschreiben ein ökonomisches Zentrum und sein Umland.

Siedlungsstrukturelle Gebietstypen ermöglichen eine Einteilung der Kreise (Kreistypen) und Raumordnungsregionen (Regionstypen) in überschaubare Kategorien, die sich unter anderem aus der Einwohnerdichte und Bevölkerungszahlen in Groß- und Mittelstädten ergeben, und von der geografischen Zuordnung abstrahieren.

Die abgebildeten Arbeitsmarktregionen entsprechen dem Konzept von Kropp und Schwengler. Sie bilden 50 kreisscharfe und funktionale Regionen ab, die durch hohe interne Pendlerverflechtungen gekennzeichnet sind. Die Arbeitsmarktregionen liegen zum Gebietsstand 2008 und 2011 bis 2015 vor.2

Metropolregionen stellen stark verdichtete Ballungsräume von Metropolen dar. Im Gegensatz zu Agglomerationen schließen Metropolregionen auch große ländliche Gebiete ein, die durch wirtschaftliche Verflechtungen mit der Metropole verbunden sind. Derzeit gibt es in Deutschland elf europäische Metropolregionen, die von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) ausgewiesen werden.3

Die Verantwortungsbereiche der Agenturen für Arbeit werden durch so genannte Agenturbezirke geografisch abgesteckt. Nicht zuletzt von der Bundesagentur für Arbeit werden dafür zahlreiche statistische Kennzahlen und Indikatoren zur Verfügung gestellt, wodurch sich interessante, regionalisierte Fragestellungen bearbeiten lassen. Die Agenturbezirke werden seit 2013 kreisscharf abgegrenzt.4





1 www.bbsr.bund.de (Rubrik: Raumbeobachtung/Raumabgrenzungen)

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2012): Raumabgrenzungen und Raumtypen des BBSR. Band 6.

2 Kropp, Per; Schwengler, Barbara (2012): Vergleich von funktionalen Arbeitsmarktabgrenzungen in Deutschland. In: Sozialer Fortschritt 1/2012. S. 11-20.

Kropp, Per; Schwengler, Barbara (2011): Abgrenzung von Arbeitsmarktregionen - ein Methodenvorschlag. In: Raumforschung und Raumordnung. Vol. 69. Springer-Verlag. S. 45-62.

3 Adam, Brigitte; Göddecke-Stellmann, Jürgen (2002): Metropolregionen - Konzepte, Definitionen, Herausforderungen. In: Informationen zur Raumentwicklung. 9/2002.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2010): Metropolräume in Europa. Kurzfassung einer neuen Studie des BBSR. In: BBSR-Berichte Kompakt. 4/2010.

Rusche, Karsten; Oberst, Christian (2010): Europäische Metropolregionen in Deutschland - eine regionalökonomische Evaluation. In: Raumforschung und Raumordnung. Vol. 68. Springer-Verlag. S. 243-254.

4 Hirschenauer, Franziska (2013): Integrationserfolge hängen von regionalen Gegebenheiten ab. Neue Typisierung der Agenturbezirke. In: IAB-Kurzbericht. 5/2013.



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Letzte Änderung: 4.8.2016